Trialog der Kulturen

Landrat Projektpate der Sophie-Scholl-Gemeinschaftsschule 
beim Wettbewerb „Trialog der Kulturen“

Landrat Patrik Lauer (Mitte) informiert sich in der Sophie-Scholl-Gemeinschaftsschule in Dillingen über das Projekt „Trialog der Kulturen“. pdl/Foto: Brigitta Schneider

Kreis Saarlouis (pdl) Schon Gottfried Ephraim Lessing griff in seinem 1783 in Berlin uraufgeführtem Drama „Nathan der Weise“ den Toleranzgedanken auf und versuchte deutlich zu machen, dass keine der drei großen monotheistischen Weltreligionen - Christentum, Judentum, Islam – den Anspruch erheben sollte, die einzige, richtige und wahre Religion zu sein. Die Toleranzidee zur Forderung einer Duldung aller Konfessionen im Zeitalter der Aufklärung ist auch ein Grundgedanke des bundesweiten Schulwettbewerbes „Trialog der Kulturen - Mensch, Kreatur, Natur – was sagen Judentum, Christentum und Islam?“ der Herbert Quandt-Stiftung. Zwei Schulen aus dem Landkreis, das Gymnasium am Stadtgarten in Saarlouis und die Sophie-Scholl-Gemeinschaftsschule Dillingen, beteiligen sich an dem bundesweiten Wettbewerb. Die Sophie-Scholl-Gemeinschaft-Schule konnte Landrat Patrik Lauer als „Projektpaten“ gewinnen. In dieser Eigenschaft besuchte der Landrat die Schule und informierte sich über die einjährige Projektphase.
Drei Sechser-Klassen präsentierten im Beisein von Schulleiterin Ruth Breuer und den Schülersprechern Jana Müller und Pascal Woll, die ersten Arbeitsschritte, die sie mit den projektbetreuenden Lehrern Anne Wilhelm, Ute Steinkönig und Timo Kochems erarbeitet haben. Sie berichteten über den Besuch der ehemaligen Synagoge in Wallerfangen, der  Dillinger Moschee und der katholischen Kirche Maria-Trost in Dillingen und zeigten sich sehr diskussionsfreudig. Die Schüler bekräftigten, dass das Wissen über die Religion der Mitschüler ihnen nun eine neue Sichtweise eröffnet. „Wir kannten zwar einige ihrer Religionsfeste, verstehen nun erst, warum sie gefeiert werden“, erklärte eine Schülerin. Auch das Verhalten Andersgläubiger sei nun besser nachvollziehbar, meinte ein Junge. Landrat Lauers Aussage, dass ein Blick in die Geschichte zeige, dass sehr viele Kriege wegen des Religionsunverständnisses geführt worden seien, und das Wissen über Religionen, Vorurteile abbaue und zu einem besseren Verständnis und Miteinander führe, bejahrten die Sechstklässler einmütig. Bislang hatten die Schüler erarbeitet, dass die Religionszugehörigkeit in direkter Verbindung mit dem Herkunftsland der Mitschüler steht. Nun gelte es die „Wurzeln“ zu ergründen, erklärte Lehrer Timo Kochems. Die in der Arbeitslehre gebastelten Holzkisten stellen sogenannte „Heimatkisten“ dar und werden im weiteren Projektverlauf mit Notizen über die Vorfahren wie auch mit Gegenständen und Erinnerungsstücken von den Großeltern gefüllt. „Da habt ihr eine sehr interessante und auch komplizierte Aufgabe zu lösen, auf deren Ergebnis ich mich freue“, sagte Landrat Patrik Lauer. Er wünschte den Schülern und ihren Lehrer viel Glück bei der Wettbewerbsteilnahme und, dass die von der Quandt-Stiftung erwünschte trialogische Nachhaltigkeit in den Schulallteig einfließe. „Gewonnen habt ihr schon jetzt“, sagte Landrat Patrik Lauer, „denn ihr habt mit dem Wissen über fremde Religionen und Kulturen eine Basis für ein besseres Miteinander gewonnen, die euch dann hoffentlich auch auf dem weiteren Lebensweg begleiten wird.“   
Bislang erhielt die Schule eine Anschubfinanzierung von 3 500 Euro. Das Preisgeld beträgt 60 000 Euro.